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Historisches und Aktuelles aus der Region

Was macht Hessen so einzigartig? Unser Autorenteam hat sich auf den Weg gemacht, das zu erforschen. Als Journalisten haben sie recherchiert, gelesen, zugehört und nachgeschaut - vor Ort. Ihre Ergebnisse sind daher persönlich gefärbt, die Entdeckerfreude schwingt immer mit. Entstanden ist das Porträt eines Bundeslandes, das wie kaum ein anderes von immer wieder neuen Impulsen durchgeschüttelt und angeregt wird. Denn an Hessen kam und kommt in Mitteleuropa keiner vorbei. Das galt für die Legionen der Römer ebenso wie für Hugenotten, Vertriebene aus dem Deutschen Osten oder Flüchtlinge aus Syrien und der Ukraine. Sie alle brachten Neues und Ungewohntes mit. In Hessen hat man gelernt, mit Gegensätzen umzugehen, sie zu kanalisieren und fruchtbar zu machen. Daraus resultieren einzigartige Erfolge in Wirtschaft und Wissenschaft, vor allem aber eine große Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Vielfalt gehört hier zur DNA.

Der Vogelsberg – mitten in Deutschland gelegen, größtes Vulkangebiet in Mitteleuropa, artenreicher Lebensraum zahlloser Tier- und Pflanzenarten, Heimat der Basaltsteinmauern und Fachwerkkirchen. Der Vogelsberg ist einzigartig in seiner Ausdehnung, seinen von Wäldern, Hecken und blumenreichen Wiesen geprägten Landschaften. Reich an Mythen, Geschichten und Geschichte. Einer Geschichte, die vor 19 Millionen Jahren mit dem Ausbruch erster Vulkane begann und sich in der alten Kulturlandschaft bis heute fortsetzt.

Der Bildband setzt genau an dem Punkt an, mit dem alles begann: mit dem Vulkanismus. Wie kleine Gucklöcher in diese Zeit sind da die vorgestellten Geotope und Steinbrüche. Der vulkanische Untergrund trägt heute eine Kulturlandschaft, in der noch viele Spuren alten Handwerks und historischer Rohstoffgewinnung abzulesen sind: Trockenmauern, Schmerherstellung und der Eisenerzabbau. Zahllose Quellen, Bäche und Flüsse bieten Lebensraum für Eisvogel und Wasseramsel. Mit diesem Band laden die Autoren Elfriede Maresch, Traudi Schlitt und Frank Uwe Pfuhl ein in ihre „steinreiche“ Heimat.

Der Dünsberg – ein Berg mit Geschichte, die, vielfach erforscht, in wissenschaftlichen, populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und sogar in Feuilleton-Artikeln, thematisiert ist. Der Dünsberg-Verein in Biebertal bei Gießen hat seinem Buch „Der Dünsberg und das Biebertal“ (1982) das bis dahin bekannte Wissen in Teils sehr detaillierten Ausführungen zusammengefasst. Leider ist der Band vergriffen. In ihm fehlen zwangsläufig neuere Entwicklungen und Erkenntnisse. Das trifft insbesondere auf die Geschichte der Kelten am Dünsberg zu.

Die Zeit nach 1982 ließ durch Ausgrabungen und Forschungsprojekte ein Bild der Kelten entstehen, das den Dünsberg als Berg der Kelten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt hat. Die keltische Stadt (Oppodium) ist eine der nördlichsten im keltischen Siedlungsgebiet, die auch zeitlich am längsten Bestand hat.

Für die vorliegende Publikation haben während der Grabungskampagne am Dünsberg von 1999 bis 2004 tätige Archäologen dankenswerterweise ihre Erkenntnisse in Beiträgen erfasst und dokumentieren so den aktuellen Wissensstand über die Kelten am Dünsberg.

Der gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre und Jahrzehnte hat auch vor dem Dünsberg nicht haltgemacht: Die Menschen sind aktiver, interessierter und anspruchsvoller geworden. Freizeitgestaltung drängt mit immer neuen Trendsportarten verstärkt in die Natur – leider oft auch ohne Rücksicht auf keltische Relikte.

Der Tourismus erreicht ( wieder einmal) auch den Dünsberg. Zehntausende Besucher wandern, walken, laufen, biken jährlich durch den Dünsbergwald auf den Gipfel.

Naturgenuss, Geselligkeit und Gastlichkeit vereinen sich zu einem besonderen Erlebnis.

Die Technik hat am Berg immer eine Rolle gespielt. Weithin zu sehen: der 1975 errichtete Fernmeldeturm, in den Anfangsjahren bei Naturfreunden sehr umstritten, mittlerweile zu einem unverkennbaren Wahrzeichen des Berges geworden. Ein Großteil der Technik, die ihn am Anfang kennzeichnete, wurde inzwischen durch neuere Verfahren abgelöst.

Einzig der Wald prägt scheinbar zeitlos den Berg. Aber auch hier sind Veränderungen durch Klimaerwärmung mit verstärkten Sturmschäden, durch sauren Regen und durch moderne Forstbewirtschaftung festzustellen. Durch gezielte forstliche Pflege bildet er dennoch ein intaktes geschlossenes Ökosystem, dessen Wertigkeit in den letzten Jahren sogar noch zugenommen hat.

In diesem Buch soll die Vielfalt der geschichtlichen Ereignisse und aktuellen Nutzungen rund um den Dünsberg dargestellt werden, um in einer Momentaufnahme den Wissensstand 2013 festzuhalten, aber auch um Erinnerung an Menschen zu bewahren, die in drei Jahrtausenden am Dünsberg gelebt und gearbeitet haben.

Es soll ein Beitrag dazu sein, die Natur, die Kulturdenkmäler und das Wissen um die Geschichte des Dünsbergs für die Nachwelt zu erhalten, damit auch nach uns kommende Generationen mit gleicher Freude einen Berg mit Geschichte erleben können.

Günter Leicht

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